Buchbinder

Das geht auf keine Kuhhaut

Ausstellung in Kooperation mit dem Hötzumer Bücherhof vom 7. Januar bis 25. Februar 2012

Ohne Leder und Pergament keine Bücher
Im ersten Jahrhundert nach Christus banden die christlichen Ägypter (Kopten) in unserem Kulturkreis die ersten Bücher die man blättern konnte. Der Buchinhalt bestand teils aus Papyrus, zum größten Teil aber aus Pergament und wurde direkt an einen Einband aus Leder geheftet. Diese Einbandart nennt man Koperte.
In Europa verbreitete sich das Buch mit dem Christentum. In Klöstern wurden Buchblöcke aus Pergamentseiten hergestellt, deren Einband nun aus einem mit Leder bezogenen Holzdeckel bestand. War das Geld des Auftraggebers knapp, so wurde nur der Buchrücken bezogen, der Rest der Holzdeckel blieb sichtbar.

Für das teuerste Buch der Welt, das Evangeliar Heinrichs des Löwen, benötigte man das Pergament von 500 Ziegen für den Buchblock. Aus dieser Zeit stammt der Spruch „Das geht auf keine Kuhhaut“. Wenn jemand so viel erzählte, dass dies nicht auf das (Pergament-) Fell einer Kuh passte, „ging das auf keine Kuhhaut“. Im 15. Jahrhundert verdrängt Papier das Pergament. Gutenberg druckte von seiner 42-zeiligen Bibel nur noch 30 der 180 Exemplare auf Pergament. Für den Einband wurde aber bis ins 19. Jh. fast ausschließlich Leder verwendet. Im Barock und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auch Pergamenteinbände üblich. Heute sind sowohl Leder- als auch Pergamenteinbände eine Besonderheit.

Bis vor ca. 200 Jahren war das Buch als Wissensträger der Menschheit ohne Leder nicht denkbar. Bis heute spielt Leder eine besondere Rolle in der Buchbinderei. Das Buchbinderhandwerk pflegt diese Tradition und entwickelt aus den überlieferten Techniken moderne Einbände. Dies reicht vom mittelalterlichen Dekor als Blindprägung oder Vergoldung bis zum Plexiglas-Einband mit Lederauflage. Der Hötzumer Bücherhof ist eine historische Schauwerkstatt, ordentliche Buchbinderei und Ausbildungsbetrieb. Schnuppern Sie während dieser Ausstellung in dieses alte Handwerk und unsere Arbeit hinein.

„Bücher sind die Hüllen der Weisheit…“ Führungen und Workshops
lassen die Kunst der Buchbinderei und ihre Geschichte lebendig werden.

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